Kindle Fire HD vs. Nexus 7

Tja wir habens getan. Wir haben uns den Kindle Fire HD mit 32GB Speicher vorbestellt – dieser wurde sogar ausnahmsweise mal pünktlich am Erscheinungstag (25.10.2012) von der Post geliefert – außerdem besitzen wir zusätzlich das Nexus 7 mit 16GB internen Speicher.
Da lohnt es sich natürlich, die beiden Tablets mal genauer unter die Lupe zu nehmen, die angeblich die wohl größte Konkurrenz zum allseits beliebten iPad darstellen.
Eins sei euch vorneweg gesagt: wir vergleichen die Tablets mit keinem iOS Gerät, da wir keines im Haushalt haben – und dies wird sich auch so schnell nicht ändern 😉

Kindle Fire HD und Nexus 7 – der Vergleich

Der Kindle Fire HD ist ein Tablet mit 7 Zoll, das von der Ausstattung her wahrlich in der oberen Liga mitschwimmen kann. Ein schneller Prozessor, leistungsstarke Grafikeinheit, genug Speicher, einen HDMI-Ausgang (mini HDMI), jedoch kein Slot für SD Karte oder Mobilfunk.
Bis auf den HDMI-Ausgang unterscheidet sich der Kindle Fire HD kaum zum Nexus 7. Der Speicher beim Nexus ist etwas kleiner (max. 16GB), aber es soll den Gerüchten zufolge ein 32GB Model in den Starlöchern liegen… Im Gegensatz zum Nexus 7 verfügt der Kindle Fire HD über kein NFC, GPS und Gyroskop. Auf Deutsch: Navigation fällt flach, genauso wie auch Spiele mit Bewegungs-Erkennung.
Beide Geräte besitzen keine Kamera auf der Rückseite. Der Kindle Fire HD hat vom Display her die gleiche Größe wie das Nexus 7, allerdings ist der Rand zum Gehäuse noch etwa 2cm breit – wems gefällt.

Der Kindle Fire HD – ein erster Test

Wir sind bereits beim Starten des Geräts gescheitert. Die Lautstärkeregler und die Starttaste sind dermaßen unsichtbar in das Gehäuse integriert, sodass wir erst einmal 10 Minuten das Gerät in alle Himmelsrichtungen gedreht und die Schalter gesucht haben.
Nach dem ersten Anschalten erscheint der Startscreen und man wählt seine Sprache aus.
Etwas irritierend ist dann jedoch die Abfrage der Facebook- und Twitter-Accounts, obwohl die Apps auf dem Kindle Fire nicht mit vorinstalliert sind. Das Amazon-Konto ist bereits voreingestellt – dies richtet sich nach dem Account, mit dem bestellt wurde. Da wir Steffs Account für die Bestellung benutzt haben, musste dieses natürlich erst einmal geändert werden, da auf meinem Handy ebenfalls mein eigener Account eingestellt ist – und die Apps ja auch auf dem Kindle Fire HD auftauchen sollen. Diese konnte man auch direkt auswählen und auf das Gerät laden.
Leider fehlt der Play Store von Google, sodass man ausschließlich auf das App-Angebot von Amazon angewiesen ist, welches deutlich weniger Inhalt hat, als der Play Store.
Natürlich kann man bestimmt ein wenig hacken und basteln, sodass dann auch den Play Store drauf ist, aber wir bleiben jetzt mal bei jemanden wie mir, die damit nichts anfangen kann und will.
Leider ist es sehr nervig, wenn man das Google App-Angebot vom Nexus 7 und unseren Smartphones her kennt und sich dann auf den Amazon Store beschränken muss. Apps wie z.B. die Dropbox gibt es dort nämlich nicht.
Ich hatte außerdem Probleme mit dem Mailprogramm und dem Kalender. Wenn man bei Google nicht aktiviert hat, dass sowohl @googlemail.com, als auch @gmail.com funktionieren, dann spinnt auch die Synchronisation mit dem Kalender. Ich bin daran gescheitert. Ebenfalls war ich auf der Suche nach ihren Mails, die ich zuvor eingerichtet habe. Erfolglos. Als Technik-Unbegabte hat man da schon verloren, obwohl der Kindle Fire HD so einfach in der Bedienung sein soll.

Der Kindle Fire HD und die Werbung

Durch den Angebotsbildschirm von Amazon war uns schon vorher bekannt, dass der Kindle Fire HD Werbung anzeigt. Diese kann man für sage und schreibe 15€ entfernen. Zum Beispiel hat man keinen Standby-Hintergrund, sondern bekommt Werbung für eine Kaffeemaschine oder eine Batman-Bluray präsentiert. Diese kann man übrigens auch mit einem einfachen Tastendruck bestellen. Wir haben allerdings darauf verzichtet, dies zu testen. Der Aufpreis für ein Werbefreies Gerät ist unserer Meinung nach eine echte Frechheit.
Amazon traf diesbezüglich folgende Aussage:
“Die Spezialangebote erscheinen nur, wenn der Bildschirm des Kindle Fire HD gesperrt ist.”
Dies stimmt auf gar keinen Fall! Denn wenn im “Karussell” herum scrollt, erhält man im unteren Teil des Bildschirms Werbung für andere Amazon-Produkte. So viel also dazu…
Amazon hat hiermit ein Android-System ganz schön verändert, denn der Homescreen, wie man ihn von ‘normalen’ Android-Geräten kennt, existiert nicht. Nach dem Entsperren landet man automatisch im “Karussell”, in dem sich die Anwendungen befinden. Hier finden sich sämtliche Inhalte wieder, die etwas mit dem Tablet zu tun haben. Videos, Apps, Musik, eMail, Kalender,… Was uns ziemlich störte:  Warum müssen die App-Symbole so gigantisch groß sein? Geschätze 4,5 Zoll auf einem 7 Zoll Display ist und dann doch etwas zu groß. Dies und die Werbung – Gefällt uns nicht !!

Empfehlung

Da Steff der technikaffinierte von uns beiden ist, geht seine Neigung eher zum Nexus 7. Bisher hat er alle seine Android-Geräte selbst gerootet und so lange daran rumgebastelt, bis es ihm gepasst hat. Ich selbst kenne die Benutzeroberfläche sowohl vom Nexus 7, meinem Android-Handy, als auch dem iPad und finde alles besser, als diese sehr einfach gehaltene, furchtbar aussehende und verwirrende “Karussell”-Konstruktion.
Für jemanden,  der nur Surfen will, vielleicht noch das eine oder andere Spiel spielen möchte, oder auch Videos als Stream kaufen eh… ausleihen möchte,  ist der Kindle Fire HD durchaus eine Option. Alle anderen würden wir eher davon abraten und ein anderes Android-Tablet (wie das Nexus 7) empfehlen. Da hat man eindeutig mehr Freude dran.